Reflexintegration
Frühkindliche Reflexe verstehen und nachträglich integrieren
Bereits während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren spielen frühkindliche Reflexe eine zentrale Rolle für die Entwicklung. Sie unterstützen den Lernprozess und bereiten das Nervensystem auf motorische und kognitive Fähigkeiten vor. Normalerweise werden diese Reflexe im Laufe der Entwicklung vollständig abgebaut, sobald entsprechende Fertigkeiten erlernt wurden.
Bleiben bestimmte Reflexe jedoch bestehen, können sie das Erlernen neuer Fähigkeiten beeinträchtigen. Eine gezielte nachträgliche Reflexintegration kann hier unterstützen: Durch spezielle Übungen werden nicht vollständig integrierte Reflexe reguliert, was die Konzentrationsfähigkeit verbessert und das Lernen erleichtert.
Von Reflexintegration profitieren können unter anderem:
Motorische Fähigkeiten wie Laufen, Gleichgewicht, Koordination
Schulische Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen
Das Schriftbild und die verbale Kommunikation
Lernstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie
Symptome von AD(H)S
Schwierigkeiten aus dem autistischen Spektrum
Anpassungs- und Konzentrationsstörungen
Ein Beispiel: Bleibt der Greifreflex aktiv, fällt es schwer, einen Stift locker zu halten. Die Hand verkrampft schnell, wird müde – und damit wird das Schreiben unnötig erschwert.
Durch Reflexintegration werden diese „alten“ Reflexe nachträglich abgebaut.
So wird Energie freigesetzt, die das Gehirn für Lernprozesse und alltägliche Aufgaben nutzen kann. Viele Betroffene berichten nach einer erfolgreichen Integration von:
gesteigerter Merkfähigkeit
mehr innerer Ruhe und Konzentration
einer deutlichen Entlastung im Alltag
einer Verbesserung von AD(H)S-ähnlichen Symptomen
einer leichteren, gesünderen Körperkoordination
Hinweis zu AD(H)S und LRS
Bitte beachten:
Die Reflexintegration kann bei ADHS-, ADS- oder LRS-ähnlichen Symptomen eine unterstützende Maßnahme sein. Sie versteht sich jedoch nicht als Heilbehandlung und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Betreuung.
Das Training setzt eine normale körperliche und psychische Belastbarkeit des Kindes voraus.
Liegt bereits eine ärztliche Diagnose vor, kann die Reflexintegration – nach Absprache mit dem behandelnden Arzt – begleitend durchgeführt werden.
Wenn Ihr Kind medizinisch behandelt wird oder Medikamente einnimmt, klären Sie bitte gemeinsam mit dem Arzt, ob und in welcher Form das Training für Ihr Kind geeignet ist.